Minigolf-Welt

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lemmiwinks 15.07.2009 20:19

Zitat:

Zitat von Lenny (Beitrag 130205)
Heißt das im Umkehrschluß, dass unsere Meinung eigentlich gar nicht mehr relevant ist/sein darf, wie sie (angeblich!) nicht vermittelbar ist?

Könnte man so sagen. Mediennutten ole´!

Lenny 15.07.2009 20:40

Zitat:

Zitat von wate (Beitrag 130206)
Was passiert denn beim Eishockey zum Beispiel? Da wird eine quälend lange Vorrunde gespielt, nach der sich die ersten acht Teams für die Playoffs qualifizieren. Die zahlungskräftigen Teams fliegen dann irgendwelche US-Profis, Russen oder Kanadier ein, und die gesamte Vorrunde war dann eine Farce. Im Tennis hilft Dir kein Weltranglistenplatz, wenn Du einen schwachen Moment erwischst und in der 1. Runde in Wimbledon rausfliegst.

Immer die leidigen, hinkenden Vergleiche; teils unwahr, teils unpassend. Die Eisbären, als erfolgreichste deutsche Mannschaft der letzten Jahre, haben meist auch die Vorrunde deutlich dominiert und keine Riesentransfer zu den Playoffs getätigt.

Tennis ist ein Sport, der nur Mann gegen Mann gespielt werden kann und immer wurde. Es gibt nicht nur Wimbledon, sondern mindestens vier große Turniere. Und die Entscheidung fällt in einem u.U. stundenlangem Match über 2 oder 3 Gewinnsätze.

Kennst du eine Sportart, die sich zu den großen Anläßen so weit vom bekannten Schema entfernt (Massenstart, Lochspiel, KO-System), wie Minigolf? Immerhin ist das 18-Loch-Rundenspielen das Spiel, welches Millionen jährlich als Freizeitspieler auf die Pisten bringt. Und ausgerechnet wenn es um die Wurst geht, machen wir alles auf gaaaanz anders und vollkommen hipp?

Übrigens: Wenn ich mir die Entscheidungen bei den Senioren anschaue, dann habe ich dort in den Duellen um die Sen I-Kategorien durchaus Spannung auch nach altem System gesehen. Und in den entsprechenden Startgruppen haben diese sehr wohl direkt gegeneinander gespielt. Ähnliches kann ich auch (hier sogar live dabei gewesen) von den Eternit-Deutschen letztes Jahr in Berlin berichten: Spannende Finalrunden mit direkten Duellen nach klassischem System.

Slater 15.07.2009 21:08

Hauptsache Medienwirksam...
 
Wie wärs denn gleich mit ner Casting-Show?! :D DSDDMM Deutschland sucht den Deutschen MinigolfMeister!

Aber mal im Ernst! Wer von uns 'normalen' Minigolfern kommt mal in den 'Genuß' eines KO-Wettbewerbes? Wir werden weiterhin unsere Runden spielen, Tage dafür trainieren unser Bestes zu geben um vllt. mal ein paar Plätze weiter vorne zu landen.

Ich denke, das KO-System ist zu groß dimensioniert. Wenn ich schau, dass bei den Damen lediglich 2 rausfliegen... Es sollte doch reichen, den Titel in Halbfinale und Finale zu ermitteln, so würden auch in den Vorrunden die Besten ermittelt und der Vorrundenbeste hätte eine Medaille fast sicher!

allesroger 15.07.2009 21:19

@ Wate

siehe Beitrag #196
ich habs immer noch nicht verstanden.

cash 16.07.2009 00:41

Zitat:

Zitat von wate (Beitrag 130206)
Thema K.O.-System: Fast einhellige Meinung aller Journalisten ist, dass dieses System besser zu filmen ist. Duellsituationen sind für Außenstehende spannender, als wenn sechs Leute im Finaldurchgang gleichzeitig spielen und die Situation unübersichtlich ist. Wir müssen uns nicht verbiegen, aber wir sollten unsere rosarote Minigolfbrille absetzen und bereit sein, hinzuzulernen. Was passiert denn beim Eishockey zum Beispiel? Da wird eine quälend lange Vorrunde gespielt, nach der sich die ersten acht Teams für die Playoffs qualifizieren. Die zahlungskräftigen Teams fliegen dann irgendwelche US-Profis, Russen oder Kanadier ein, und die gesamte Vorrunde war dann eine Farce. Im Tennis hilft Dir kein Weltranglistenplatz, wenn Du einen schwachen Moment erwischst und in der 1. Runde in Wimbledon rausfliegst.


Also so ganz kann ich da nicht Deiner Meinung sein. Wir sollten uns nicht mit Mannschaftssportarten vergleichen (das ist das berühmte Äpfel und irgendwas mit Birnen).
Versuchen wir mal uns unseren großen Bruder, das Golf, anzusehen. Dort gibt es die Rundenzählweise und auch das Lochwettspiel, aber ich glaube eigentlich nie bei einem Turnier (ausser vielleicht beim Ryder-Cup, aber der ist ja auch was besonderes) zusammen.

Und was da die Spannung und Übertragung in den Medien angeht, da spielen die 6 Besten Spieler in den letzten beiden Gruppen, es werden Tafeln hochgehalten und jeder ist über das Ergebnis informiert, und spannend und medienwirksam ist es auch. Oder liegt es nur an der Höhe des Preisgeldes, das sich die Medien dafür interessieren.

Wir müssen sicher offen für interessante Veränderungsvorschläge sein, aber nur für die Medien müssen und dürfen wir unsere Sportart nicht verbiegen.

Meine Meinung über den Modus habe ich schon vorher kund getan und wenn denn schon aus welchen Gründen auch immer das KO - System, dann mit nur 4 oder max. 8 Teilnehmern, damit der Lohn der Vorrunde erhalten bleibt. Und nochmal zu den Medien: Mehr als das Finale oder maximal noch das Halbfinale übertraen sie sowieso nicht. Mehr bekommt man in den max. gesendeten 90 Sek. sowieso nicht unter.

Gruß

Cash

JoE 16.07.2009 06:52

Der Vergleich mit Golf passt in diesem Fall m.E. wirklich gut. Golf wird genau so gespielt, wie Minigolf - eigentlich - auch. Und es ist für das Fernsehen interessant, wenn auch viele Wettbewerbe nicht live übertragen werden können, weil sie lange dauern und/oder wegen Zeitverschiebung einfach nicht in unsere TV-Sendepläne passen.

Minigolf ist ein von 20 Millionen gespieltes Freizeitvergnügen (die Zahl bezog sich glaub' ich auf verkaufte Eintrittskarten, die Personenzahl dürfte deutlich niedriger sein). "Das ist auch Sport? Ach, interessant." So dürften etwa 15 dieser 20 Millionen reagieren. Ich bezweifle nach wie vor stark, dass wir den Bekanntheitsgrad der SPORTart verbessern, indem wir vom Prinzip "möge der Beste gewinnen" abweichen und das Prinzip "möge der gewinnen, der in in der entscheidenden Runde eine Bahn besser ist als der vielleicht drei Tage lang beste" einführen.

Fakt ist, dass wir Minigolfsportler von der überaus großen Mehrheit belächelt oder nicht wahrgenommen werden. Um das zu ändern, sind andere Maßnahmen erforderlich, als ein KO-System einzuführen, das Spieler verärgert, sportliche Entscheidungen dem Zufall preisgibt aber für vielleicht schnellere Entscheidungen sorgt.

Walter hat es oft angesprochen, Bärliner auch: Um als Sportart anerkannt bzw. wahrgenommen zu werden, muss ganz unten viel mehr passieren.

bärliner 16.07.2009 07:17

Ich möchte mal etwas zur Historie des KO-Systems einflechten, weil es nämlich nur am Rande etwas mit Öffentlichkeit zu tun hat. Das System wurde auf WMF- und EMF-Ebene u.a. auch deshalb eingeführt, um die Leistungsunterschiede zwischen den "großen" Nationen und den kleineren bzw. neuen Verbänden etwas abzuschwächen. Für einen Verband wie Lettland bedeutet es nämlich einen großen Schritt nach vorn, wenn auch von dort einmal eine Titelträgerin oder Medaillengewinnerin kommt. Und das ist aus den bekannten Gründen über das KO-System nun einmal einfacher (auch wenn ich es nicht für Glück halte, sondern für Leistung im passenden Moment). Hier auf der obersten Ebene geht es also auch um Mitgliederförderung und -gewinnung.
Die nachfolgende Einführung in Deutschland war die logische Konsequenz auf Wunsch der Spitzensport-Verantwortlichen, um unsere Sportlerinnen und Sportler mit diesem System vetraut zu machen und damit sie auch hier gut vorbereitet in eine WM/EM gehen können. Eine in meinen Augen völlig gerechtfertigte Überlegung.
Daher ist es hier wie auch bei der Diskussion über die Mannschaftszusammensetzungen. So lange es auf WMF-/EMF-Ebene hier keine anderen Entwicklungen gibt, werden wir uns an dieses System halten (müssen), um unseren internationalen Status halten zu können.

bärliner 16.07.2009 07:25

Zur Öffentlichkeitsarbeit: Für die Aufbereitung eines 3-Minuten-Beitrags ist es völlig egal, nach welchem System da gespielt wird, weil das beim Zusammenschnitt sowieso nicht vermittelt wird. Sowohl über Künzell als auch über Murnau haben ZDF und BR in meinen Augen ziemlich gute Kurzberichte gezimmert, die das Wesentliche präzise zusammengefasst haben.
Ich halte Minigolf für ebenso wenig live-tauglich wie Golf, weil es aufgrund der Länge einfach irgendwann todlangweilig wird. Der Unterschied ist nur, dass die Golf-Übertragungen von den Veranstaltern bezahlt werden, weil diese Investition dann über die entsprechenden Werbeeinnahmen refinanziert wird und damit zusätzlich die Preisgelder absichert. Aber um ein solches System von Geben und Nehmen aufzubauen benötigt man Jahrzehnte.

JCT 16.07.2009 08:08

Ich bin nun auch begeister Golffan und verfolge das auch live im Fernsehen...mir wird es dabei nicht langweilig! Glaube auch, dass es den interessierten Zuschauer nicht langweilig wird, sonst hätte er auch gar nicht erst eingeschaltet. Von dem vermeindlichen Langweiligkeitsgrad unserer Sportart sind wir draußen sicher Curlig und Dressurreiten gleichgestellt, doch ich bin mir gar nicht sicher, ob ne Liveübertragung nicht doch interessant wäre. Wenn ich mir 20 beliebige Minigolfer nehme, haben diese vom Typ, Schlaghaltung, Leistungsstärke und Emotionen ganz Unterschiedliche Facetten (mal im Vergleich zu Golfern) und wir haben den entscheidenen Vorteil, dass jeder, der durch sein Fernsehprogramm zappt beim Minigolf zumindest 5 min mindestens hängen bleibt! Warum? Weil der so reagiert: "Häh, was`n dat da, das kenne ich doch, dass spiele ich auch. Nanu, da gibt es so viele Bälle und die machen ja nur Einsen am Netz". Das würde den Zuschauer fesseln, denn es halt jeder schon mal Minigolf gespielt und kann sich damit in irgendweiner Weise identifizieren!!! Sicher ist Minigolf übertragungstechnisch gesehen nicht das einfachste...aber es gibt sicherlich einige kompakte Anlagen, die sich mit 3-4 Kameratürmen gut abdecken lassen. ich bin mir sicher, sollte sich das mal ein kleiner Sender trauen, wären alle über die Einschaltquote verwundert und wenn es nur eine halbstündige Zusammenfassung wäre. Mit entsprechendem Kommentator (mach ich gerne;) ), der die "Eigenarten" erläutert, wird das ganze Familien vor der Glotze fesseln;)
(Traummodus aus)

Lenny 16.07.2009 08:42

Günters Einwand sind natürlich ebenso wichtig wie interessant (wenngleich die hier eingebrachte Argumentation bzgl. der Medienwirksamkeit durchaus examplarischen Charakter für ähnliche Diskussionen hat). Sicher ist der leichtere "Zugang" zu Medaillenrängen für "kleinere" Nationen bestimmt reinzvoll, ob das aber in seiner ganzen Breite dem Sport dennoch gerecht wird, bleibt dennoch offen. Wie ist eigentliche die offizielle deutsche Position in dieser Thematik (die inoffizielle deutsche "Position" hat sich hier ja, wenngleich nicht zwangsweise repräsentativ, angedeutet).

Im übrigen muß ich mal dazu sagen, dass ich ein solches System an sich gar nicht verkehrt finde und seinen Einsatz bspw. bei Pokalturnieren durchaus als Alternative reinzvoll fände ("mal was Anderes"), als Modus für die Großveranstaltungen, die das Aushängeschild unseres Sports sind, finde ich es allerdings eher zu exotisch und "untypisch".


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